Jeff Cronenweth ASC beleuchtet „Tron: Ares“ mit Astera

Kameramann Jeff Cronenweth ASC (Fight Club, Gone Girl, The Social Network) beleuchtet Disneys „Tron: Ares" mit Astera – darunter Hunderte von Titan Tubes, Hyperion Tubes, HydraPanels und LunaBulbs sowie „the Monstero", ein Rig mit über 200 Leuchten, das drei digitale Welten auf die Leinwand bringt.

Der Kameramann Jeff Cronenweth ASC hat bereits viele eindringliche Bilder für tiefgründige Dramen geschaffen – doch Tron: Ares war für ihn Neuland. Unter der Regie von Joachim Rønning und mit Jared Leto in der Hauptrolle ist dieser dritte Teil der Disney-Franchise Cronenweths erster Science-Fiction-Film. Das Projekt verband spektakuläre Optik mit einer zutiefst menschlichen Geschichte. Über drei verschiedene digitale Welten sowie die „Realität" hinweg stellte der Film völlig unterschiedliche Bildsprachen vor. Cronenweth und Gaffer Stuart Haggerty setzten dabei auf Astera: Hunderte von Titan Tubes, Hyperion Tubes und LunaBulbs wurden in innovativen Konfigurationen eingesetzt und trieben die Möglichkeiten interaktiver Lichttechnik an ihre Grenzen.

Als Jared Leto – Cronenweths Kollaborationspartner aus Fight Club – ihn für Tron: Ares anfragte, war der Kameramann zunächst skeptisch. „Ich habe viele Science-Fiction-Projekte abgelehnt, weil ich einfach keinen Zugang zur Geschichte fand", erklärt Cronenweth. Doch nach der Lektüre des Skripts und langen Gesprächen über Letos Vision fiel der Entschluss. „Wenn wir die Menschlichkeit und die Beziehungen im Kern der Geschichte herausarbeiten könnten – dann hätten wir etwas." Tatsächlich ist Ares im Herzen beides: eine Liebesgeschichte und eine Reise der Selbstfindung. Letos entwaffnend warmherzige Darstellung von Ares, einer künstlichen Intelligenz auf der Suche nach mehr als bloßem Dasein im Digitalen, hält den Film auch inmitten von rasanten Actionsequenzen und spektakulären Setpieces geerdet.

Photo by Leah Gallo. © 2025 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Licht in den Grid

Der Umfang von Tron: Ares war gewaltig. 14 Wochen Vorbereitung (durch Streiks auf mehrere Monate ausgedehnt), Vier-Kamera-Setups auf mehreren Einheiten und riesige Sets in Vancouvers Mammoth Studios – die Produktion hätte leicht aus dem Ruder laufen können. „Zum Glück hatten wir sehr viel Vorbereitungszeit, und das hat sich wirklich ausgezahlt", sagt Cronenweth. „Den Film macht man größtenteils in der Vorproduktion – man räumt so viele Probleme und Hindernisse wie möglich aus dem Weg, sodass man am Drehtag nur noch das Beste aus den Darstellern und Szenen herausholen will." Die intensive Vorbereitung ermöglichte es ihm und seinem Team, ausgereifte Beleuchtungslösungen zu entwickeln, die das Unmögliche mühelos wirken lassen.

In enger Zusammenarbeit mit Produktionsdesigner Darren Gilford wurde ein ganzes fußballfeldgroßes Studio in Blue Screen gehüllt, Hunderte interaktiver Leuchten installiert und praktische Lichtquellen in fast jedes Set integriert. „Überall, wo im Film eine Glühbirne zu sehen ist, steckt eine LunaBulb drin", erklärt der Kameramann und spielt damit auf Asteras glühbirnenförmige Leuchte mit ihrer Titan-LED-Farbtechnologie an. „Die meisten Lichter, die in die Grid-Sets oder in Dillingers Büro eingebaut wurden, sind Astera Tubes."

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Ares ist das erste Mal in der Franchise-Geschichte, dass Programme außerhalb des Grids existieren – und das stellt eine besondere Herausforderung dar: Wie lassen sich drei verschiedene digitale Welten (das Dillinger-Grid, das Incom-Grid und Jeff Bridges’ Legacy-Grid) von der realen Welt unterscheiden?

Jede Grid-Welt erhielt ihre eigene Farbpalette: Das Incom-Grid war in sanftes Blau getaucht, Dillinger in gesättigtes Rot auf Schwarz, und Bridges’ Grid setzte auf entsättigtes Aqua- und Pastelltöne mit filmkornähnlicher Textur – als Hommage an das Original von 1982. „Im Grid habe ich versucht, nicht zu ‚beleuchten’. Stattdessen haben wir Lichtquellen direkt in die Sets eingebaut", beschreibt Cronenweth. Jedes Grid-Set leuchtet gleichsam von innen, geometrische Lichtelemente verleihen der futuristischen Architektur Tiefe und Dimensionalität. „Ich finde es schön, wenn die Schauspieler diese Lichtquellen organisch für sich entdecken – auch wenn wir am Ende doch noch Akzente und Führlichter ergänzt haben."

Im Kontrast dazu setzte die reale Welt auf eine rauere Bildsprache. In der Dinkum-Transferstation, einem Gateway zum Grid im Stil eines 3D-Druckers, wurden batteriebetriebene Astera AX3 LightDrops als Alarm- und Feuermelder in die Wände integriert. Auch in dem Parkhaus, in dem Eve Kim (Greta Lee) Athena (Jodie Turner-Smith) mitten in einer adrenalingeladenen Motorradjagd von einem Stockwerk stoßen lässt, kamen AX3s strategisch zum Einsatz. „Dieses Parkhaus hatte drei verschiedene Arten von Farblichtern. Normalerweise würde man sie alle ersetzen, vereinheitlichen und die Wände streichen. Aber wir haben entschieden: Nein, lasst uns die gemischten Lichtquellen beibehalten und ausreizen – das ist ein Teil der Magie der realen Welt."

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Das Monstero betritt das Set

Das beeindruckendste Astera-Rig des Films wurde liebevoll „das Monstero" getauft: ein 20 mal 20 Fuß großes Gestell, vollgepackt mit über 200 Titan- und Hyperion Tubes – also den hochgradig steuerbaren, stabförmigen LEDs mit 16 Pixeln auf 104 cm bzw. 32 Pixeln auf 203 cm. Entworfen von Gaffer Stuart Haggerty und gebaut von Key Rigging Grip Dave Mackey, war diese massive Lichtquelle auf einem Gelenkkopf montiert, der an einem verlängerten Gabelstapler befestigt war – so ließ sich das Monster-Rig präzise positionieren und verfahren.

„Ich brauchte eine wirklich große Quelle, um animierte Bilder durchzuschicken", erklärt Cronenweth. Das Monstero erfüllte eine entscheidende Funktion: interaktives Licht für Szenen zu erzeugen, in denen Figuren mit Hologrammen kommunizieren – so wie Grid-Bewohner den Kontakt mit einem menschlichen Programmierer erleben. „Ich habe das Monstero eingesetzt, um die visuellen Effekte zu matchen und nahtlos einzugliedern. Es war unglaublich effektiv."

Was als einmaliger Einsatz für ein einzelnes Set geplant war, wurde schnell zum unverzichtbaren Werkzeug der gesamten Produktion. „Am Ende haben wir es von Set zu Set zu Set geschleppt", sagt Cronenweth. „Und wir haben sogar ein Mini-Monstero gebaut, das wir für kleinere Setups nutzen konnten."

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Totale Immersion

Eine Ares-Variation auf ein klassisches Tron-Bildkonzept versetzt Figuren direkt in den Datenstrom. Buchstäblich umgeben von einem Strom aus Einsen, Nullen und digitalen Informationsseiten – und gekleidet in teils reflektierende Kostüme – sorgt eine aufflammende Lichtkaskade dafür, dass der Effekt überzeugend wirkt. Für diese Sequenzen entwickelte Cronenweth ein innovatives „Ringlicht" aus Astera Tubes – jedoch nicht im klassischen Sinne eines Beauty Lights.

„Ich habe dieses Ringlicht mit Datenmustern animiert – nie abreißend, immer in Opposition zueinander. Das erzeugte ein Gefühl von Lichtbewegung, das sich von allem anderen unterschied", beschreibt er. Jedes einzelne Pixel einer Titan Tube ließ sich für diesen Effekt individuell programmieren und steuern. Das kreisförmige Rig mit einem Durchmesser von rund 2,5 Metern erzeugte Licht, das lebendig und digital zugleich wirkte – und die Figuren förmlich in den Informationsfluss hineinsog.

Natürlich darf in keinem Tron-Film das Wahrzeichen schlechthin fehlen: die Light Cycles mit ihren nachleuchtenden Partikelspuren. Um diesen Effekt zu realisieren, ergänzte das Team die in jedes Motorrad integrierten LEDs seitlich mit HydraPanels. Sobald die Stuntfahrer auf die Straße gingen, lieferten die kompakten Panels (16,5 × 8,4 × 4,3 cm) den praktischen Lichtanteil dieser charakteristischen Lichtspuren. „Die HydraPanels haben uns genau den futuristischen Look gegeben, den wir gesucht haben – und waren dabei robust genug für die Stuntarbeit", so Cronenweth.

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Unsichtbares Licht

Eine der großen Stärken von Astera-Leuchten ist ihre Fähigkeit, die Intensität sauber und ohne Farbverschiebung zu verändern – alles ferngesteuert. „Wir haben sehr viel mit dem Dimmerboard gearbeitet, nicht nur für interaktive Lichtsituationen, sondern auch bei komplexem Blocking und Kamerabewegungen", berichtet Cronenweth. In einem nahezu unsichtbaren Beleuchtungstrick passt sich die Ausleuchtung dem Schritt von Jared Leto an, als dieser einen langen Korridor im Dillinger-Grid entlanggeht. „Licht so zu führen, dass es von einem Ende des Sets zum anderen mitläuft und schließlich in einer Nahaufnahme landet, ist eine echte Herausforderung – Überblendungen, Lichter, die hochkommen, obwohl sie zuvor aus waren. Wir haben wirklich alle Mittel ausgeschöpft, die uns zur Verfügung standen, um diese nahtlosen Lichtübergänge mitten im Take zu schaffen, ohne dass das Publikum es bemerkt."

Die komplexen Kamerabewegungen des Films erforderten eine ebenso ausgefeilte Lichtregie. „In den Grids haben wir Sisu für ihre Motion-Control-Rigs eingesetzt – nicht für wiederholbare Einstellungen, sondern um präzise, mechanisch perfekte Bewegungen zu erzielen, die so mühelos wirken, dass sie fast unmenschlich sind – als Kontrast zur realen Welt." Während der Takes fahren Lichter hoch und runter, während die Kamera durch den Raum gleitet, und halten Belichtung und Stimmung aufrecht, ohne dass das Publikum je die Korrekturen wahrnimmt. „Es ist fast wie bei einem Tonmeister bei einem Konzert oder einem Dirigenten, der all die musikalischen Stimmen in Balance hält", sagt Cronenweth.

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Das Vermächtnis lebt weiter

„Für mich hat das alles verändert", sagt er schlicht. „Astera hat sich mit jeder Generation weiterentwickelt – immer smarter, immer intuitiver." Die einfache Handhabung war auf einer Produktion im Maßstab von Tron: Ares unverzichtbar. „Es ist verrückt, was man damit alles machen kann. Einfach eine Leuchte hinter etwas etwas zu Dunklem platzieren, reinlaufen, hinlegen, fertig – die hält stundenlang. Ich stelle sie überall hin. Ich hab immer welche dabei, und wenn mir irgendwo etwas fehlt, greife ich einfach eine."

Der Film ist rauer als seine beiden Vorgänger – visuell wie akustisch (mit einem Originalscore von Trent Reznor und Atticus Ross von Nine Inch Nails). Cronenweths Ansatz nutzt Licht und Kamerabewegung, um die Grids poliert und mechanisch perfekt erscheinen zu lassen, während die reale Welt bewusst unfertig und texturiert bleibt.

Ares ist für Cronenweth mehr als eine technische Meisterleistung. In diesem jüngsten Werk haben der Kameramann und sein Team ein visuelles Erlebnis geschaffen, das zugleich zeitgemäß und emotional berührend ist – eine würdige Hommage an das Tron-Vermächtnis und ein vielversprechender nächster Schritt für die Franchise.

Tron: Ares ist jetzt auf Disney+ verfügbar.

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